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Elektroauto laden: der große Leitfaden

Elektroauto laden

Von Max Beck // Aktualisiert: 01.07.2020

Wie lädt man ein E-Auto? Welche Steckertypen und Ladekabel gibt es? Wie lange dauert das Laden? Was kostet es? Wir erklären dir alles Wichtige rund um das Thema Laden in unserem Überblicksartikel!

Gerade für Umsteiger aus der Welt der Autos mit Verbrennungsmotor stellen sich rund um das Thema Laden viele Fragen, egal ob du planst ein E-Auto zu mieten oder eines zu kaufen. Und das ist verständlich: Laden statt tanken ist der zentrale Unterschied im Alltag, der sich zwischen dem Fahren eines Elektroautos und eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor feststellen lässt. Mit dem Auto an die Tankstelle, den Diesel- oder Benzin-Zapfhahn wählen, ein paar Minuten warten – diese Gewohnheit funktioniert mit dem E-Auto nicht mehr und man muss sich an einen neuen Ablauf gewöhnen.

Um zu verstehen, wie der Ladevorgang funktioniert, ist zunächst ein klein bisschen physikalisches Grundwissen erforderlich. Die (Lade-)Leistung wird bei einem Elektroauto in kW (Kilowatt) angegeben – gleich wie die Leistung bei herkömmlichen Autos, auch wenn sich im Alltag eher die Angabe PS durchgesetzt hat (1PS = 735,49875 Watt). Die Angabe kW ist den meisten vielleicht gar nicht unbekannt, man kennt sie von der Stromrechnung oder generell als Angabe auf Elektrogeräten. Aber was genau heißt kW? Kilowatt ist die Kennzahl für die Leistung. Dagegen ist die kWh (Kilowattstunde) die Maßeinheit der Energie, welche den Verbrauch bzw. die Akkukapazität angibt. Die kWh wird folgendermaßen berechnet: Leistung (kW) x Zeit (h) = kWh. Soviel vorab zu den Grundlagen!

Steckertypen und Ladekabel

Gerade in der Anfangszeit der Elektromobilität gab es ein Wirrwarr an verschiedenen Steckertypen. Heutzutage sind diese zum Glück größtenteils vereinheitlicht. Wir erklären dir im Folgenden die drei Steckertypen, die heutzutage in Europa am Wichtigsten sind, nämlich Typ 2, Tesla Supercharger und CCS.

Typ 2: Der Typ-2-Stecker („Mennekes-Stecker“) ist seit 2013 Standard für Elektrofahrzeuge in der Europäischen Union. Der Stecker ist rund und nur auf einer Seite begradigt, sodass er nicht falsch herum eingesteckt werden kann. Der Stecker verfügt in der Regel über eine Ladeleistung von bis zu 43 kW.

Tesla Supercharger: Tesla verwendet einen leicht modifizierten Typ-2-Stecker, um eine höhere Leistung nutzen zu können. Damit ist Tesla sowohl kompatibel zum firmeneigenen Supercharger-System als auch zu anderen Ladestationen mit Typ-2-Stecker. Im Gegensatz zum normalen Typ-2-Stecker ist er schnelladefähig bis zu 150 kW.

CCS (Combined Charging System): Der CCS-Stecker (Combo-2-Stecker) kombiniert einen Stecker vom Typ 2 mit zwei Gleichstrompolen und unterstützt sowohl Wechselstrom- als auch Gleichstromladen. Der Hauptvorteil: Er ist schnelladefähig. D.h. die Ladeleistung ist theoretisch bis zu 350 kW möglich. Er ist der Standard für Schnellladesysteme in Europa.

Als Ladekabel kommen in Europa in der Regel Mode-2- und Mode-3-Kabel zum Einsatz, die jeweils mit einem der unten genannten Stecker bestückt sind. Das Mode-2-Kabel wird für das Laden an der Haushaltssteckdose benötigt. An den Ladesäulen kommen in der Regel Mode-3-Kabel zum Einsatz.


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Elektroauto laden

Laden an der Haushaltssteckdose: Die meisten E-Autos lassen sich ganz einfach mit einem Mode-2-Kabel über die normale Haushaltsteckdose (Schuko-Steckdose) aufladen. Das Problem: Es ist sehr, sehr langsam und kann schon mal länger als einen Tag dauern. Wird das Auto nur selten benutzt, kann dies aber dennoch eine Option sein.

Laden an der Wandladestation: Die beste Option für das Laden zuhause ist eine eigene Wallbox. Hier werden wesentlich bessere Ladezeiten als mit der normalen Haushaltssteckdose erreicht. Hierfür ist jedoch eine Installation durch einen Elektriker erforderlich, sodass Zusatzkosten entstehen.

Laden an der öffentlichen Ladestation: Öffentliche Ladestationen erreichen zumeist deutlich höhere Ladeleistungen als Haushaltssteckdosen und Wandladestationen. Sie sind deshalb optimal für das schnelle Aufladen unterwegs geeignet. Am schnellsten geht das Laden an Hochleistungsladesystemen, die heute bis zu 350 kW erreichen.

Ladedauer

Die Ladedauer ist je nach Ladeort extrem unterschiedlich: Von unter 30 Minuten an einer modernen Schnelladesäule bis hin mehr als einem Tag an der Haushaltssteckdose. Auch wenn letzteres erst einmal dramatisch langsam klingt sollte man sich immer fragen, was man überhaupt benötigt: Wird das Auto nur drei Mal pro Woche im Stadtverkehr bewegt und einmal pro Monat auf einer längeren Autobahnstrecke, ist das regelmäßige Laden an der Haushaltssteckdose sicher ausreichend – unterwegs wird dann eine Schnelladesäule angesteuert.

Typischer Verbrauch

Je nach Fahrzeugtyp ist der Verbrauch extrem unterschiedlich. Ein Kleinwagen wie der Smart EQ fortwo oder der Renault ZOE verbraucht logischerweise deutlich weniger als ein Sportwagen wie der Porsche Taycan Turbo S. Zudem kommt es stark auf die Fahrweise an und ob du im Stadtverkehr oder auf der Autobahn unterwegs bist. In der Regel wird der Verbrauch zwischen rund 10 und 30 Kilowattstunden angegeben.

Elektroauto laden Kosten

Die Kosten für das Laden sind extrem unterschiedlich. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen kommt es natürlich darauf an, ob du zuhause lädst oder unterwegs. Zuhause fallen die Kosten deines jeweiligen Stromanbieters an, realistische Werte liegen um die 0,20 Euro. Bei Anbietern von Ladesäulen unterwegs unterscheide sich die Kosten teils sogar innerhalb eines Anbieters, je nachdem mit welcher Ladekarte, also etwa die eines Autoherstellers oder eines Mobilitätsdienstleisters, du dort lädst. Manche verlangen eine monatliche Grundgebühr, andere rechnen wiederum nur nach Verbrauch ab.

Schauen wir uns die zwei bekanntesten und europaweit vertretenen Ladenetzwerke an: IONITY und Tesla Supercharger. Tesla gibt für seinen Supercharger in einen Preis von 0,28 Euro pro kWh in Österreich bzw. von 0,33 Euro in Deutschland an (Stand 05.06.2020). IONITY verlangt bei Direktkunden 0,79 Euro (Stand 05.06.2020). Allerdings sind hier bei Benutzung über Ladekartenanbieter deutlich günstigere Tarife zu finden.

Leider sind auch 2021 die Preise noch sehr unterschiedlich und es ist schwer den Überblick zu behalten. Genaues Informieren lohnt sich in jedem Fall, um immer günstig laden zu können.

Elektroauto kostenlos laden

Hin und wieder gibt es auch Möglichkeiten Elektroautos komplett kostenlos zu laden. Manche Firmen bieten dies etwa ihren Mitarbeitern an. Oder Lebensmittelketten entdecken das Laden während der Einkaufszeit als Möglichkeit der Kundenbindung. So bietet etwa Lidl in Deutschland und Österreich seinen Kunden an verschiedenen Märkten kostenlose Lademöglichkeiten an. Es lohnt sich hier also einmal genau zu recherchieren, wo dies in deiner Umgebung möglich ist!

Selbstladendes E-Auto mit Sonnenenergie

Wäre es nicht schön, wenn man das Auto gar nicht mehr aufladen müsste und es einfach immer voll wäre? Wieso also nicht einfach Solarzellen in die Karosserie integrieren? Die Idee ist schon älter und fasziniert immer wieder. Einfach das Auto in der Sonne parken und ein paar Stunden später ist der Akku wieder voll. Das Problem: Die Fläche des Autos ist zu klein, um eine Ladeleistung zu produzieren, die das Auto auf dem Stand heutiger Technik zu angemessenen Kosten in moderater Zeit wieder komplett laden kann. Dennoch gibt es Ansätze, Solarpanels in Elektroautos zu integrieren. So etwa von Sono Motors mit dem Modell Sia. Das Startup aus München gibt an, dass unter Idealbedingungen täglich bis zu 34 Extrakilometern erreicht werden können. Und das ist für den Stadtverkehr durchaus alltagstauglich!

Über den Autor:

Max ist seit 2020 Geschäftsführer von emiwa.at. Seine Leidenschaften für Elektromobilität, Journalismus und Online-Marketing kann er in unserem hauseigenen Ratgeber perfekt ausleben. Oft findet man ihn am Wochenende bei einem Ausflug mit dem Elektroauto – am liebsten in den Bergen oder an einem See.

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