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Elektroauto-Förderung in Deutschland

Münzen

Von Birte Leonhardt // Aktualisiert: 29.11.2021

Der deutsche Staat gewährt üppige Zuschüsse für die Anschaffung rein elektrischer Autos und die Errichtung von Ladeinfrastruktur. Doch was gibt es hierbei zu beachten? Wo muss hierfür ein Antrag gestellt werden? Und wie hoch ist der Zuschuss? In unserem großen Ratgeber erfährst du alle Details zur Elektromobiliäts-Förderung in Deutschland auf Bundes- und Länderebene!


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die BAFA-Umweltförderung liegt zwischen 3.750 Euro und 6000 Euro, je nach Fahrzeugtyp und Antrieb
  • Du kannst eine Doppelförderung beantragen, fast jedes Bundesland bietet eigene Förderprogramme für Elektrowagen an
  • Eine Förderung von Gebrauchtwagen ist grundsätzlich möglich, allerdings gelten hier besondere Bedingungen

BAFA-Umweltbonus

Ähnlich wie in Österreich kann auch in Deutschland eine Förderung für Elektroautos beantragt werden. Der Umweltbonus muss zwar erst vorgestreckt werden, allerdings kann der Antrag direkt nach Kauf gestellt werden und die Kosten werden von der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) zurückerstattet. Wichtig ist hier zu wissen, dass das Elektroauto maximal 1 Jahr auf dem Markt zugelassen sein darf, sonst entfällt der Anspruch auf die staatliche Förderung. Eine weitere Bedingung greift hier: Das Fahrzeug muss mindestens ein halbes Jahr, also sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen sein. Die sogenannte Innovationsförderung wird zur Hälfte von den Autoherstellern selbst getragen, zur anderen Hälfte vom Bund. Außerdem variieren die Beträge, so kommt es darauf an, aus welchem Fördertopf die Rückerstattung bezahlt wird. Momentan liegen die Rückzahlungen beim Kauf eines Elektroautos bei Fahrzeugen über 40.000€ bei 5.000€ und bei Fahrzeugen unter 40.000€ bei 6.000€. Beim Kauf eines Hybridfahrzeugs erhält man bei Autos über 40.000€ 3.750€, während man beim Kauf eines Fahrzeuges unter 40.000€ 4.500€ zurückerstattet bekommt. Außerdem ist eine sogenannte Doppelförderung möglich, was bedeutet, dass du die staatliche Förderung deines Elektrofahrzeugs mit weiteren Förderungen verbinden kannst. Details hierzu findest du weiter unten im Text.


In einem weiteren Ratgeber-Artikel erfährst du alles über die Elektroauto-Förderung in Österreich!

Umweltförderung bei Gebrauchtwagen

Grundsätzlich ist eine Förderung von gebrauchten Elektrofahrzeugen möglich, allerdings gibt es hier einige Dinge zu beachten. Zunächst muss sich das Fahrzeug auf der Liste der förderfähigen Fahrzeuge befinden, diese haben wir dir hier verlinkt. Außerdem kann das Elektroauto nur dann gefördert werden, wenn es nicht bereits als Neuwagen gefördert wurde. Kläre dies also unbedingt beim Kauf des Elektroautos mit dem Verkäufer ab. Zudem darf das Fahrzeug höchstens 15.000km gefahren und maximal 12 Monate erstzugelassen sein, weil sich die Förderung lediglich auf junge gebrauchte Fahrzeuge bezieht. Auch hier muss der Antrag innerhalb der ersten 12 Monate der Zweitzulassung gestellt werden. Wie beim Antrag auf Förderung eines neuen Elektroautos muss das gebrauchte E-Auto mindestens 6 Monate im Inland auf den neuen Besitzer zugelassen sein.


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Doppelförderung

Gute Neuigkeiten für Besitzer eines Elektroautos: seit November 2020 ist eine Doppelförderung von Elektrofahrzeugen möglich. Bis dahin war es leider nicht möglich verschiedene Förderungsprogramme miteinander zu kombinieren, obwohl jedes Bundesland eine Förderung für Elektrofahrzeuge vorsieht. Da sich dies aber geändert hat, wird der Kauf eines Elektrofahrzeugs hoffentlich noch attraktiver, insbesondere weil das BAFA laufend Förderungsprogramme ergänzt, die man mit dem Umweltbonus kombinieren kann. Es lohnt sich also dort genauer hinzuschauen!

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es das Förderprogramm Charge@BW. Mit diesem werden Ladestationen sowie private Netzanschlüsse für das Elektroauto gefördert. Die maximale Höhe der Förderung liegt bei 2.500€, zurückerstattet werden 40% der entstandenen Kosten. Was hierbei beachtet werden muss: es gibt eine Mindestbetriebsdauer von 3 Jahren, außerdem gibt es die Bedingung, dass der Strom aus erneuerbaren Energien bezogen wird.

Baden-Württemberg

Bayern

In Bayern gibt es, ähnlich wie in Baden-Württemberg, einen Förderkredit zur Ladeinfrastruktur. Dieser sieht vor, dass jedoch nur öffentlich zugängliche Netzanschlüsse gefördert werden, zudem werden anfallende Montagekosten übernommen. Die Höhe der Förderung liegt bei maximal 3.000€ bei Normalladepunkten und bei maximal 30.000€ bei Schnellladepunkten. Auch hier besteht die Bedingung der Mindestbetriebsdauer, diese liegt allerdings bei 6 Jahren. Auch hier soll der Strom aus erneuerbaren Energien generiert werden.

Bayern

Berlin

Das Förderprogramm WELMO (Wirtschaftsnahe Elektromobilität) für Berlin unterstützt kleine Unternehmen im Umstieg auf Elektromobilität. Hier wird sowohl die Ladeinfrastruktur gefördert als auch das Fahrzeug an sich sowie die Beratung. Die Förderhöhe entspricht hier 50% der Investitionskosten für Ladesäule inklusive dazugehörigem Netzanschluss. Es werden aber maximal 2.500€ bei Normalladepunkten und maximal 30.000€ bei Schnellladepunkten ausgezahlt. Hier muss bedacht werden, dass eine Mindestbetriebsdauer von 12 Monaten vorgesehen ist, auch hier soll Strom aus erneuerbaren Energien bezogen werden.

Berlin

Brandenburg

Die Brandenburgische Förderung RENplus versucht die öffentliche Ladestruktur zu verbessern und zahlt so 80% der Kosten für öffentliche Ladesäulen, inklusive Netzanschluss. Die Summe beträgt 3.000€ bei Normalladepunkten sowie 30.000€ bei Schnellladepunkten. Auch hier wird eine Mindestbetriebsdauer mit Strom aus erneuerbaren Energien für 6 Jahre vorgesehen.

Brandenburg

Bremen

Für Bremen gibt es momentan noch kein Förderprogramm zur Unterstützung der Elektromobilität.

Hamburg

Passend zur Hansestadt heißt das Förderprogramm von Hamburg ELBE und es werden im Kontrast zu anderen Bundesländern private, also nicht-öffentliche Ladepunkte gefördert, die sich an Wohnimmobilien befinden. Hier beträgt die Förderung 40% bis 60% der Gesamtkosten, die für die Ladepunkte anfallen (inklusive Installation). Die Besonderheit hier ist, dass es sich um ein Forschungsprojekt handelt, so sind die Daten verpflichtend zu erfassen.

Hamburg

Hessen

Auch Hessen möchte die Ladeinfrastruktur verbessern und fördert den Aufbau einer Ladeinfrastruktur bei Unternehmen und im öffentlichen Raum. Gezahlt werden 40% der Investitionskosten für Normalladepunkte, Schnellladepunkte sowie Wallboxen. Gezahlt werden maximal 10.000€ pro Ladestandort. Hier ist zu beachten, dass die Förderung beantrag werden muss, bevor das Vorhaben startet.

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Auch Mecklenburg-Vorpommern fördert Elektromobilität und hat ein Förderprogramm für Unternehmen und Kommunen (Klimaschutz-Förderrichtlinie). Hier werden 30% der Kosten für neu gebaute Infrastruktur für Elektromobilität übernommen.

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Niedersachen fördert sowohl Planungs- und Beratungsleistungen als auch Installations- und Baumaßnahmen für Normal- und Schnellladepunkte sowie Wallboxen. Die Höhe der Förderung variiert dabei uns muss nachgefragt werden. Aufgrund der vielen Anfragen werden momentan keine neuen Förderungsanträge angenommen, über weitere Förderungsaufrufe informiert die zuständige Seite der Landesbehörde.

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Auch NRW fördert mit dem Programm „progress.nrw“ öffentliche sowie private Ladepunkte und deren Installation. Die Förderhöhe unterscheidet sich hier je nachdem, ob es ein öffentlicher- oder privater Ladepunkt ist. Für nicht-öffentliche Ladestruktur werden 80%, beziehungsweise maximal 5.800€ pro Ladepunkt erstattet, für öffentliche Ladestrukturen werden 60%, beziehungsweise maximal 6.000€ pro Ladepunkt erlassen.

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Für Rheinland-Pfalz gibt es momentan noch kein Förderprogramm des Bundeslandes zur Unterstützung der Elektromobilität. Allerdings bieten die Energieversorger EnergieSüdwest AG, Thüga Energie GmbH und Energieversorgung Mittelrhein AG Förderungen an.

Rheinland-Pfalz

Saarland

Im Saarland gibt es derzeit ebenfalls kein Förderprogramm zur finanziellen Unterstützung von Elektroautos. Allerdings wird eine Förderung beim Kauf von E-Bikes, E-Roller, Pedelecs und Lastenpedelecs angeboten.

Saarland

Sachsen

In Sachsen werden Stromspeicher und Ladeinfrastruktur gefördert, mit inbegriffen sind die Montagekosten und Wechselrichter. Hier variiert die Förderhöhe je nachdem, ob es sich um einen AC-Ladepunkt oder DC-Ladepunkt handelt. Für AC-Ladepunkte werden 400€ gezahlt, für DC-Ladepunkte 1.500€. Wenn man sich für die Förderung für Speicher interessiert, muss man die Höhe der Förderung gesondert nachfragen. Hier ist zu bedenken, dass der Speicher an eine Photovoltaikanlage angeschlossen seinund mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sein muss. Auch gibt es eine Mindest-Ladeleistung. Die liegt bei AC-Ladepunkten bei 4 kW und bei DC-Ladepunkt bei 10 kW.

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Auch Sachsen-Anhalt fördert die Ladeinfrastruktur, insbesondere Ladesäulen. Für AC-Ladepunkte werden 60% und maximal 3.000€ erstattet, für DC-Ladepunkte maximal 12.000€. Die Ladesäule soll dabei dauerhaft und 24 Stunden am Tag zugänglich sein und ebenfalls aus erneuerbaren Energien gespeist werden.

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Das Förderprogramm zur Verbesserung der Ladeinfrastruktur in Schleswig-Holstein richtet sich an Unternehmen sowie Initiativen und kommunale Behörden, die Ladestationen für E-Autos bauen wollen. Zudem werden Batteriespeicher gefördert, sofern sie gemeinsam mit einer neuen Energieerzeugungsanlage und auf Grundlage Erneuerbarer Energien gebaut werden. Die Förderungshöhe muss gesondert nachgefragt werden.

Schleswig-Holstein

Thüringen

Thüringens Förderprogramm heißt „E-Mobil Invest“ und fördert öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur. Die Höhe der Förderung beträgt für AC-Ladepunkte 50% und maximal 5.000€. Für Schnellladepunkte werden maximal 20.000€ gezahlt. Hier gilt eine Mindestbetriebsdauer von 5 Jahren. Außerdem sollen die Ladepunkt rund um die Uhr zugänglich sein und der Strom soll aus erneuerbaren Energien bezogen werden.

Thüringen

Häufig gestellte Fragen

Ja, in Deutschland ist eine Doppelförderung von Elektroautos möglich.

Nein, auch Gebrauchtwagen können unter Bedingungen eine Förderung erhalten. Mehr Infos dazu erfährst du in unserem Artikel.

Über die Autorin:

Birte ist seit 2021 Redakteurin bei emiwa und unsere Expertin für den hauseigenen Ratgeber. Sie begeistert sich für nachhaltige Mobilitätslösungen, studiert Publizistik im Master und schreibt die Ratgebertexte am liebsten in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser.

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